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Modulbeschreibungen

Der Zertifikatsstudiengang Ethnobotanik und Ethnomedizin wird alle zwei Jahre während des Frühlingssemesters durchgeführt. Der Studiengang umfasst 13 Veranstaltungstage, aufgeteilt in  vier Präsenzmodulen à 2 -3 Tage und eine digitale Vorlesungsreihe. Am Ende findet ein Abschlusskolloquium statt.

MODUL 1: Wurzeln des Wissens 
Pflanzen, Sprache und kulturelles Gedächtnis 
Datum: 12./13. März 2027 , 2 Tage, Präsenz  in Zürich  

Den Auftakt bildet die Welt der Pflanzen, Sammlungen und Feldforschung. 
Wie liest man eine Pflanze – botanisch, kulturell, sprachlich? Wie entstehen 
und überleben Wissensbestände über Generationen? Wir besuchen 
Herbarium, Garten und Museum und erarbeiten die methodischen 
Grundlagen ethnobotanischer Forschung.

Themen u.a.:
  • Botanischer Garten und Herbarium:  Sammlungen als Wissensarchive,
  • Feldbotanik und Bestimmungsübungen
  • Ethnolinguistik:  Pflanzennamen als Schlüssel zur Kultur
  • Ethnobotanische Feldmethoden: Beobachten, Befragen, Dokumentieren
  • Wissenschafts-kommunikation und Citizen Science,
  • Einblick in aktuelle Forschungsprojekte
 
MODUL 2 : Grüne Medizin Europas 
Heilpflanzen zwischen Tradition und klinischer Praxis 
16./17. April 2027, 2 Tage, Präsenz  in Zürich  

Das zweite Modul widmet sich den Heilpflanzentraditionen Europas und  Eurasiens. Lokale Anwendungen treffen auf moderne Phytotherapie,  Organoleptik auf Regulierung, und das aufkommende Konzept «One-GreenHealth» öffnet den Blick auf Kooperationen der Zukunft. Praktika machen theoretisches Wissen erlebbar. 

Themen u.a.: 
  • Medizinalflora der Schweiz im historischen Wandel 
  • Organoleptik: Riechen, Schmecken, Heilen als Methode 
  • Humorale Systeme und ihre Aktualität 
  • Qualität und Regulation pflanzlicher Arzneimittel  
  • «One-Green-Health»: Natur, Gesundheit und kollaborative  Modelle 
  • Praktika: Heilpflanzen und Therapie
 
MODUL 3: Medizinal-Systeme weltweit 
Landschaften, Gärten und die Ökologie des Körpers 
21.–23. Mai 2027, 3 Tage, Präsenz  in Zürich und Neuchâtel  

Im dritten Modul weitet sich der Blick auf globale Wissenssysteme und  die Rolle von Raum und Landschaft in der Heilkunde. Von magischem  Denken bis zur TCM, von urbanen Heilgärten bis zur archäobotanischen  Spurensuche – eine dreitägige Reise durch Zeit, Raum und Kulturen mit  
einer Exkursion nach Neuchâtel. 

Themen u.a.: 
  • Globale Medizinsysteme im Vergleich: Gemeinsamkeiten und Differenzen 
  • Therapeutische Landschaften: Raum als Heilfaktor 
  • Urbane Gärten und ihre kulturelle Bedeutung 
  • Körper-ökologische Prinzipien und Selbstfürsorge  
  • Rezeptur-Werkstatt: praktisches Arbeiten mit Heilpflanzen 
  • Exkursion: Botanischer Garten und Laténium Neuchâtel –  Archäobotanik erleben
 
MODUL 4 : Global und/oder lokal? 
Nachhaltigkeit, Psychoaktivität und Partizipation 
11./12. Juni 2027, 2 Tage, Präsenz  in Zürich 
 
Das Abschlussmodul bringt alle Fäden zusammen. Globaler Handel, Wertschöpfungsketten, Biodiversität und Gerechtigkeit werden ebenso  diskutiert wie die Ethnopharmakologie psychoaktiver Pflanzen. Beispiele  aus Kunst und Wissenschaftskommunikation runden das transdisziplinäre Bild ab, bevor die Gruppe ihre eigene Synthese zieht. 

Themen u.a.: 
  • Ethnopharmakologie: Wirkungen verstehen,  Wissen einordnen 
  • Psychoaktive Pflanzen: Forschung, Geschichte,  gesellschaftliche Relevanz 
  • Globale Wertschöpfungsketten und Qualitätsstandards 
  • Biodiversität und Schutz traditionellen Wissens  (Nagoya-Protokoll)  
  • Gerechtigkeit im Wissenstransfer: Dekolonisierung und  Partizipation 
  • Transdisziplinäre Synthese und Ausblick
 

Abschlusskolloquium: Samstag, 10. Juli 2027, Ideenpräsentation der Abschlussarbeiten


Programmänderungen bleiben vorbehalten